26.04.2017

Kein Bedauern, keine Reue – ein Überzeugungstäter erzählt

Bevor am heutigen Hauptverhandlungstag der Angeklagte Festing aussagte, wurde ein weiterer Nebenkläger aus der Bahnhofstraße vernommen. Der Geschädigte schilderte, wie schon seine ehemaligen Mitbewohner zuvor, wie er in der Nacht vom 20.09.2015 durch einen lauten Knall aus dem Schlaf gerissen wurde. Ihm sei sofort das Loch in der Wand über der Küchentür aufgefallen, dass zu vor noch nicht dagewesen war. Offensichtlich wurde dies durch einen Splitter des zerborstenen Küchenfensters verursacht. Weiter schilderte auch er die agressiv feindliche Stimmung in Freital. Insgesamt hätten die Geflüchteten alle das Gefühl gehabt, nicht gemocht zu werden, obwohl es keine offenen Konflikte mit anderen gab. “26.04.2017” weiterlesen

25.04.2017

„Ich bin dann weggezogen, gleich am nächsten Tag“

Offensichtlich angespornt von den belasteten Aussagen des Angeklagten Schulz – die inzwischen durch die Vernehmung einer Staatsanwältin der Staatsanwaltschaft Dresden in der letzten Woche eingeführt sind  – und den Hafterleichterungen des bereits geständigen Mitangeklagten Justin S., kündigte heute der Angeklagte Patrick Festing an, sich ebenfalls einlassen zu wollen. Er wollte das am heutigen 13. Hauptverhandlungstag tun, was das Gericht auf Grund der bereits geladenen und angereisten Zeugen nicht akzeptierte. Daher wird der Angeklagten Festing, dem es natürlich lediglich darum geht, vor den Beamten zu Wort zu kommen, die seine polizeiliche Vernehmung durchgeführt haben, nun ab morgen Mittag eine Einlassung abgeben. “25.04.2017” weiterlesen

18./19.04.2017

Ermittlungsleiterin ohne Befugnis und Plan und: ein militantes Nazinetzwerk

An den beiden Verhandlungstagen in dieser Woche wurde ausschließlich die Staatsanwältin Kirchhof vernommen. Diese war im Rahmen des vorliegenden Strafverfahrens als Mitarbeiterin der Staatsanwaltschaft Dresden ab Herbst 2015 für alle entsprechenden Straftaten mit Tatort in Freital zuständig. Als die Dresdner Generalstaatsanwaltschaft im November 2015 entschied, „diverse Verfahren“ zu übernehmen, wurde die Zeugin zur Generalstaatsanwaltschaft abgeordnet und setzte ihre Arbeit dort fort.

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18.04.2017

In dieser Woche findet die Hauptverhandlung nur heute und morgen statt. Für beide Tage ist ausschließlich die Zeugenvernehmung der Dresdner Staats-anwältin Kirchhof vorgesehen. Staatsanwältin Kirchof war ab 2015 die ermittlungsleitende Beamtin für den Komplex “Freital”. Sie war zunächst bei der Staatsanwaltschaft Dresden und im weiteren Verlauf bei der Dresdner Generalstaatsanwaltschaft für den Komplex zuständig. Unter ihrer Leitung erfolgte auch die Anklage der jetzt beim Oberlandesgericht angeklagten Sache, zum Jgendschöffengericht.

Die Zeugenbefragung wird morgen fortgesetzt, nachdem heute das Gericht, die Bundesanwaltschaft und ein Teil der Verteidigung Fragen gestellt haben. Wir wollen unsere Wertung der Zeugenaussage noch nicht öffentlich machen, bevor wir selbst Gelegeheit zu Fragen hatten. Daher wird morgen ein zusammenfassender Bericht zu dieser Zeugenvernehmung erfolgen.

07.04.2017

„Ich nehme jeden Tag einen anderen Weg zur Arbeit …. auch nie zur selben Zeit“

Zu Beginn des zehnten Hauptverhandlungstages entschied das OLG Dresden, dass die Sicherheitsvorkehrungen zu Gunsten des Angeklagten Justin S., maßgeblich auf Grund seines Geständnisses, gelockert werden. Zwar sei er immer noch verdächtig, Mitglied einer terroristischen Vereinigung zu sein, sein bisheriges Verhalten im Prozess lasse es aber zu, dass die Briefe seiner Verteidiger nicht mehr kontrolliert werden und Besuche in der Justiz-vollzugsanstalt ab sofort ohne Trennscheibe stattfinden können. Mit dieser Entscheidung honorierte das Gericht auf Antrag der Bundesanwaltschaft die zumindest als Teilgeständnis zu wertende Einlassung des Angeklagte S., die zu weiteren Personen – unter ihnen der NPD-Stadtrat Dirk Abraham – führte, die Mitglieder in der Gruppe Freital gewesen sein könnten. “07.04.2017” weiterlesen

05.04.2017

Dresdner Justiz I – der Ermittlungsrichter

Für den heutigen 9. Hauptverhandlungstag war ausschließlich der Dresdner Ermittlungsrichter Frank Ponsold als Zeuge geladen. Ponsold zeigte sich als Prototyp eines Ermittlungsrichters: Er habe an dem Tag der Haftbefehls-verkündung keine Zeit gehabt, sich vorher die polizeilichen Vernehmungen anzugucken. Er sei also ohne Vorerkenntnisse in die Haft-befehlseröffnung gegangen. StrafverteidigerInnen kennen ein solches Verhalten von Er-mittlungsrichtern, die die Ermittlungsakten ignorieren und mehr oder weniger ungeprüft die von der Staatsanwaltschaft vorbereiteten Haftbefehle unterschreiben – gleichwohl muss diese Behauptung des Zeugen ange-zweifelt werden. “05.04.2017” weiterlesen

04.04.2017

Wer sich in Freital für Flüchtlinge einsetzt, der ist halt nicht ganz so beliebt….

Der 8. Hauptverhandlungstag sollte mit den geladenen Zeugen, darunter die Fortsetzung der Vernehmung eines bereits gehörten Polizeibeamten, die Beweisaufnahme zu den Tatkomplexen Bahnhofstraße und Angriffe gegen die Partei die Linke und den Freitaler Stadtrates Richter fortgeführt werden.

Der erste Polizeibeamte schilderte die Durchsuchung einer Person, die verdächtigt wird, zusammen mit einigen Angeklagten einen Brandanschlag auf den Real-Markt in Freital verübt zu haben. Grund für den Anschlag war die Vermutung, dort solle eine Geflüchtetenunterkunft entstehen. Eine die gesamte Wand umfassende Reichskriegsflagge war für die Beamten nur zu vernachlässigendes Beiwerk. “04.04.2017” weiterlesen