17.05.2017

Geschädigte NebenklägerInnen Overbeckstraße – Tag 1

Der heutige 21. Verhandlungstag war dem Anschlag auf das Wohnobjekt in der Dresdner Overbeckstr. 26 in der Nacht vom 18. auf den 19.10.2015 gewidmet. Es war von Anfang an offensichtlich, dass die Planung des Gerichts, alle drei als Nebenkläger am Prozess beteiligten Zeugen an einem Tag vernehmen zu wollen, unrealistisch war. Die bisherige Art der Befragung von Geschädigten durch die Verteidigung hat bereits deutlich gemacht, dass diese mit vielen Nachfragen versuchen will, die Glaubwürdigkeit der Zeugen anzugreifen, obwohl die Taten selbst an sich bereits gestanden sind. “17.05.2017” weiterlesen

16.05.2017

Überprüfung von Geständnissen

Der 20. Verhandlungstag war nicht besonders aufregend, da im wesentlichen Polizeibeamte zu ihrer Ermittlungsarbeit gehört wurden, um die Glaubwürdigkeit der in der Hauptverhandlung gemachten Einlassungen der Angeklagten zu überprüfen und weitere Ermittlungsergebnisse einzuführen.

Zunächst wurde ein BKA-Beamter gehört, der in diesem Ermittlungsverfahren eigentlich nur als Vertretung eingesprungen war, und deshalb keine intensiven Kenntnisse der zugrundeliegenden Sachverhalte hatte. Der Beamte war an der Durchsuchung und Vorführung des Angeklagten Seidel zum Haftrichter, sowie an einer Vernehmung des Angeklagten Schiefner beteiligt gewesen.

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10.05.2017

Vernehmung der Bewohner der Flüchtlingswohnung Wilsdruffer Straße und: Scheingefechte der Verteidigung

Am heutigen Tag wurden die letzten beiden Bewohner des Anschlagsobjekts Wilsdruffer Straße vernommen. In der Wohnung waren noch deutlich mehr männliche Geflüchtete aus Syrien untergebracht, zum Tatzeitpunkt waren aber nur vier davon anwesend. Drei von ihnen befanden sich in der Küche, einer in einem anderen Zimmer auf seinem Bett, als insgesamt drei Sprengkörper, an jedem Zimmer einer, von aussen an den Fenstern gezündet wurden.

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 09.05.2017

Geschädigte Wilsdruffer Straße – Tag 1

Am heutigen Verhandlungstag begann die Vernehmung der Geschädigten des Anschlag auf die Wohnung von syrischen Geflüchteten in der Wilsdruffer Straße in Freital. Hierbei handelt es sich um die Tat, die die Anklageschrift den Angeklagten als versuchten Mord zur Last legt. Wie schon bei den Geschädigten aus der Bahnhofstraße versuchte heute die Angeklagte Kleinert, mit einer vermeintlichen Verhandlungsunfähigkeit die Einvernahme der Geschädigten zu verzögern. Nach ärztlicher Untersuchung konnte der Verhandlungstag jedoch durchgeführt werden. Da die Vernehmung der Geschädigten am heutigen Tag nicht abgeschlossen wurde, verzichten wir an dieser Stelle auf eine ausführliche Darstellungen und werden nach dem für morgen zu erwartenden Abschluss der Vernehmung der Nebenkläger eine umfassende Darstellung veröffentlichen.

05.05.2017

Möglicher Mittäter schweigt – Angeklagter Festing will Hafterleichterungen  für sein Geständnis

Der 17. Hauptverhandlungstag begann mit der Vernehmung eines BKA-Beamten, der bei der Durchsuchung und Vernehmung des Angeklagten Rico Knobloch anwesend war. Die Durchsuchung des Angeklagten schilderte der Zeugen als ereignislos. Es seien lediglich zugelassene Silvester-Knaller und ein Laptop aufgefunden worden. Ungewöhnlich war insoweit, dass der Laptop noch einen Asservatenaufkleber einer vorhergehenden Beschlagnahmung aufwies. Abgesehen von einigen Aufklebern der „Freien Kameradschaft Dresden“ (FKD) seien in der Wohnung keine politischen Bekenntnisse auffindbar gewesen.

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03.05.2017

„Scheissegal, die werden auch erwachsen“

Heute wurden erneut zwei Polizeibeamte vernommen, die an Vernehmungen von zwei Angeklagten beteiligt waren. Beide Angeklagte schweigen vor Gericht, so dass ihre Aussagen aus dem Ermittlungsverfahren auf diese Weise eingeführt werden müssen.

Der erste Polizeibeamte war bereits am 28. März vernommen worden, seine Vernehmung musste allerdings wegen Krankheit des Angeklagten Justin S. abgebrochen werden. Er hatte an der Vernehmung des Angeklagten Sebastian Weiß teilgenommen. Seine Schilderung der Aussage des Angeklagten machte deutlich, dass sich die Freitaler Gruppe nicht nur zur Durchführung von Anschlägen zusammengefunden hatte. “03.05.2017” weiterlesen

02.05.2017

Blog nebenklage freital 15. HV-Tag 02.05.2017

„Sie machen das beim schwächsten Glied“ – Festing beantwortet alle Fragen, außer die der Nebenklage

Der gesamte heutige Verhandlungstag war für Fragen an den Angeklagten Festing eingeplant, der ja bereits am letzten Verhandlungstag seine Aussage gemacht hatte.

Insgesamt wirft die Aussage des Angeklagten Festing zahlreiche Probleme auf: wenn er sich irgendeine Strafmilderung erwartet, musste sie sehr umfangreich sein, denn nach allen Angaben der Angeklagten im Ermittlungsverfahren, den Tatortspuren und der umfassenden Aussage des Angeklagten Justin S. am Anfang des Prozesses sind bereits wesentliche Anklagepunkte bestätigt. “02.05.2017” weiterlesen

26.04.2017

Kein Bedauern, keine Reue – ein Überzeugungstäter erzählt

Bevor am heutigen Hauptverhandlungstag der Angeklagte Festing aussagte, wurde ein weiterer Nebenkläger aus der Bahnhofstraße vernommen. Der Geschädigte schilderte, wie schon seine ehemaligen Mitbewohner zuvor, wie er in der Nacht vom 20.09.2015 durch einen lauten Knall aus dem Schlaf gerissen wurde. Ihm sei sofort das Loch in der Wand über der Küchentür aufgefallen, dass zu vor noch nicht dagewesen war. Offensichtlich wurde dies durch einen Splitter des zerborstenen Küchenfensters verursacht. Weiter schilderte auch er die agressiv feindliche Stimmung in Freital. Insgesamt hätten die Geflüchteten alle das Gefühl gehabt, nicht gemocht zu werden, obwohl es keine offenen Konflikte mit anderen gab. “26.04.2017” weiterlesen

25.04.2017

„Ich bin dann weggezogen, gleich am nächsten Tag“

Offensichtlich angespornt von den belasteten Aussagen des Angeklagten Schulz – die inzwischen durch die Vernehmung einer Staatsanwältin der Staatsanwaltschaft Dresden in der letzten Woche eingeführt sind  – und den Hafterleichterungen des bereits geständigen Mitangeklagten Justin S., kündigte heute der Angeklagte Patrick Festing an, sich ebenfalls einlassen zu wollen. Er wollte das am heutigen 13. Hauptverhandlungstag tun, was das Gericht auf Grund der bereits geladenen und angereisten Zeugen nicht akzeptierte. Daher wird der Angeklagten Festing, dem es natürlich lediglich darum geht, vor den Beamten zu Wort zu kommen, die seine polizeiliche Vernehmung durchgeführt haben, nun ab morgen Mittag eine Einlassung abgeben. “25.04.2017” weiterlesen

18./19.04.2017

Ermittlungsleiterin ohne Befugnis und Plan und: ein militantes Nazinetzwerk

An den beiden Verhandlungstagen in dieser Woche wurde ausschließlich die Staatsanwältin Kirchhof vernommen. Diese war im Rahmen des vorliegenden Strafverfahrens als Mitarbeiterin der Staatsanwaltschaft Dresden ab Herbst 2015 für alle entsprechenden Straftaten mit Tatort in Freital zuständig. Als die Dresdner Generalstaatsanwaltschaft im November 2015 entschied, „diverse Verfahren“ zu übernehmen, wurde die Zeugin zur Generalstaatsanwaltschaft abgeordnet und setzte ihre Arbeit dort fort.

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